Werdet wie die Kinder, denn ihnen gehört das Himmelreich

Tulpen (Foto: Bruno Wyss)
Gern bin ich ins Ausland gereist. Ich habe Tempel, Burgen, Schlösser und riesige Wasserfälle gesehen und über sie gestaunt. Doch die Welt, die mich täglich umgab, habe ich kaum wahrgenommen.
einmal ganz viel Spannendes überall, wo wir sind: Da waren die «Säubluemen» und «Margritli» im Frühling, die möglichst alle gepflückt werden mussten. Die Steine am Wegrand, die alle ganz verschieden aussehen und ganz genau untersucht werden müssen. Das leere Schneckenhaus, das überallhin mitkommt. Die Tauben auf dem Spielplatz, die sich einfach nicht fangen lassen. Das Wasser in der Pfütze, das so wunderbar spritzt. Und die Nuss, die auf dem Wasser schwimmt. Da ist der Sand, der zwischen den Fingern zerrinnt. Der Feuerkäfer und die Ameise, die vorbeikrabbeln und der Schmetterling, der tanzt. Die Welt ist auf einmal voll von grösseren und kleineren Wundern. Wenn ich mit meinem kleinen Sohn unterwegs bin, lerne ich sie ganz neu zu sehen und zu staunen über all das, was uns tagtäglich umgibt.
Von den Kindern können wir wieder ganz neu lernen über Gott und über seine Werke zu staunen. Wir können es lernen, wenn wir uns Zeit für die Kinder nehmen und uns wirklich auf sie einlassen. Wir lernen wieder neu zu staunen, wenn die Kinder uns ihre Welt zeigen und erklären.
Pfarrerin Franziska Jordi